trackle Erfahrung & Kritik: Lohnt sich der Zykluscomputer?

Dieser Beitrag ist ein persönlicher Erfahrungsbericht über den trackle zur Empfängnisverhütung. Wie du als Blog-LeserIn bereits weißt: Transparenz ist mir wahnsinnig wichtig.

Ich habe das Produkt selbst gekauft und die Firma trackle hat diesen Beitrag weder beauftragt noch bezahlt. Einige der enthaltenen Links sind sogenannte Affiliate-Links – wenn du über diese Links einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.

Dieser Beitrag soll deine Kaufentscheidung erleichtern und auch die meistverschwiegenen Kritikpunkte zum trackle klar aufzeigen.

Disclaimer: Dieser Beitrag  ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und beinhaltet einen Affiliate Link für den trackle Zykluscomputer. 

Übersicht

1. Zu meinem Hintergrund

Erst mal zu meinem Background. Vor dem trackle habe ich die GyneFix Kupferkette zur Verhütung genutzt. Nach 5 Jahren Tragezeit störte mich die Vorstellung, ständig einen Fremdkörper in mir zu haben. Auch wenn meine Erfahrungen mit der Kette an sich überwiegend positiv waren, habe ich mich nach Alternativen umgeschaut.

Ich informierte mich fleißig über NFP (natürliche Familienplanung) und habe mir Literatur über die symptothermale Methode zugelegt. Nachdem ich „Natürlich und Sicher“ von der Arbeitsgruppe NFP gelesen hatte, stand fest: ich werde mit dem Temperaturmessen beginnen. Mein einziges Problem? Das morgendliche Messen mit einem Basalthermometer schien mir auf Dauer zu unpraktisch. Der trackle hat mich daher durch seine einfache Anwendung sofort angesprochen. Aktuell bin ich im vierten Jahr mit dem trackle und würde sagen, all die Anwendungszeit ist definitiv ein Erfahrungsbericht wert.

Wichtig: wir sprechen hier ausschließlich über den Aspekt Verhütung (der trackle ist auch beim KiWu ein tolles Tool, das würde aber den Rahmen dieses Beitrags sprengen).

1. Was ist trackle und wie funktioniert der Zykluscomputer?

1.1 Die Methode

Der trackle basiert auf der symptothermalen Methode nach Sensiplan. Dafür braucht es zwei aussagekräftige Biomarker, um den Zyklus zu tracken und die fruchtbare Phase zu bestimmen:

.

1.1.1 Basaltemperatur (als Progesteron-Marker)

Nach dem Eisprung produziert der sogenannte Gelbkörper im Eierstock das Hormon Progesteron. Dieses sorgt unter anderem dafür, dass sich die Körperkerntemperatur leicht erhöht. Im Schnitt steigt die Temperatur um etwa 0,2 bis 0,5 °C. Dieser Anstieg ist ein verlässliches Zeichen dafür, dass der Eisprung stattgefunden hat und die Lutealphase begonnen hat. Solange Progesteron aktiv ist, bleibt die Temperatur bis zur nächsten Menstruation erhöht (oder im Fall einer Schwangerschaft darüber hinaus).

1.1.2 Zervixschleim oder Muttermundstand (als Östrogen-Marker)

Zu Zyklusbeginn steigt der Östrogenspiegel, was zu einer Veränderung der Qualität des Zervixschleims führt. Je mehr Östrogen, desto klarer, spinnbarer und glasiger der Schleim. Auch der Muttermund reagiert auf den Östrogenspiegel: Er wird weicher, höher und leicht geöffnet.

Für die symptothermale Methode benötigen wir das Beobachten und Dokumentieren beider Marker. Dadurch lässt sich das fruchtbare Fenster im Zyklus sehr genau bestimmen.

2. Anwendung

Um den trackle anzuwenden, wird er vaginal eingeführt und über Nacht getragen. Durch den Anstieg von Melatonin im Schlaf sinkt die Körperkerntemperatur auf natürliche Weise. Der trackle misst diese kontinuierlich, um dann den tiefsten Wert für die Auswertung zu nehmen. Ohne den trackle als Tool müsste man jeden Morgen mit einem Basalthermometer messen. Dies ist mit mehr Aufwand verbunden. Dies war unter anderem einer der Gründe, warum ich mich für den Messsensor entschieden habe. Weniger Stress, einfache Handhabung und praktische Anwendung in einem!

Morgens wird der Sensor wieder in die Station gestellt und über Bluetooth mit der verknüpften App synchronisiert. In der App sieht man dann die Temperaturkurve und die automatische Auswertung über die (un-) fruchtbare Phasen. Ich habe eingangs bereits erwähnt, dass die symptothermale Methode eine Bestimmung beider Biomarker erfordert (Östrogen & Progesteron) – das bedeutet, dass es mit dem alleinigen Messen der Temperatur noch nicht getan ist. Zusätzlich muss die Qualität des Zervixschleims beobachtet werden (oder der Muttermund). Dies sollte man am besten über den gesamten Tag über tun und dann abends in die App eintragen.

[1] Startbildschirm [2] Kalenderansicht [3] Zykluskurve

Übrigens: man spürt den Sensor tatsächlich gar nicht (ich war sogar einmal damit surfen, weil ich vergessen hatte, den trackle am Morgen rauszunehmen). Er ist etwas größer als ein Tampon und durch die medizinische Silikon-Ummantelung einfach einzuführen. Wer Angst hat, den Sensor nicht mehr eigenständig entfernen zu können, sollte sich definitiv die trackle Catch-Variante anschauen. Dieses Modell besitzt ein Rückholband, das wie beim Tampon gezogen werden kann.

3. Erfahrungsbericht

Als ich den trackle zum ersten Mal in meinen Händen hielt, war ich sehr hyped. Der Zykluscomputer schien mir DIE ultimative Lösung für sichere und hormonfreie Verhütung zu sein. Mal ganz davon abgesehen, dass man (wie bei vielen anderen Verhütungsmethoden auch) viel Verantwortung für den eigenen Körper übernimmt, ist der trackle eine absolute Erleichterung.

Im Zuge der Korrelationsstudie der Universität Heidelberg habe ich für mehrere Zyklen parallel zum trackle mit einem Basalthermometer gemessen. Über den wissenschaftlichen Background zum trackle schreibe ich später noch. Takeaway aus dieser Zeit war für mich jedenfalls, dass die Handhabung des Zykluscomputers im Vergleich zu einem Thermometer definitiv ein großer Pluspunkt für hormonfreie Verhütung ist. Ehrlich gesagt würde ich den trackle nicht mehr missen wollen.

Im Laufe der letzten 4 Anwendungsjahre habe ich allerdings ein paar Kritikpunkte identifiziert, über die ich im Internet kaum Stimmen gefunden habe. Deshalb möchte ich der Transparenz halber auch darüber sprechen:

4. Kritikpunkte – was man bei trackle wissen sollte

4.1 1. Man muss sich mit dem Zervixschleim auskennen

Auch wenn trackle die Temperatur automatisch misst, bleibt die symptothermale Methode eine Kombination aus Beobachtung von Temperatur- und Östrogenmarker. Wer den trackle zur Verhütung nutzen möchte, muss also zusätzlich den Zervixschleim oder den Muttermund beobachten und deren Veränderungen richtig deuten können. Das erfordert Wissen, Übung und tägliche Aufmerksamkeit. Ohne diese Beobachtung ist die Methode nicht regelkonform und sehr unsicher. trackle ersetzt diesen Part nicht. Wer sich für die symptothermale Methode entscheidet, sollte sich das Wissen über die sogenannte doppelte Kontrolle aneignen, beispielsweise durch zertifizierte Sensiplan BeraterInnen (zum Beispiel bei Leni, dort habe ich das Regelwerk gelernt)

4.2 Das Verständnis über das Regelwerk muss sitzen

Besonders zu Zyklusbeginn ist beim Verhütungsgedanken Vorsicht geboten. Um die sicheren unfruchtbaren Tage zu erkennen, braucht es Kenntnisse über die Ausklammerregeln! Auch wenn die intravaginale Messmethode des trackles dafür sorgt, dass weniger Störungen auftreten (bspw. durch unruhigen Schlaf), sollte man die individuellen Störfaktoren kennen und korrekt eigenständig ausklammern. Denn auch das übernimmt der trackle nicht automatisch für dich.

Außerdem: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser. Der trackle wertet nach dem Sensiplan-Regelwerk aus, allerdings würde ich persönlich mich nie auf eine automatische Auswertung verlassen, sondern selbst immer nachprüfen, ob die zwei Ausnehmeregeln, die 5-Tage Regel (oder die minus 8 Regel) korrekt angewendet werden. Keine Panik- das klingt nun komplizierter, als es ist. Ich kann dir das Handbuch Natürlich und Sicher von der Arbeitsgruppe NFP wirklich von Herzen empfehlen. Je mehr du die Methode verstehst, desto einfacherer und sicherer wird sich die Anwendung für dich anfühlen. Versprochen!

4.3 In der fruchtbaren Zeit sind Barriere-Methoden notwendig

Wer trackle zur Verhütung nutzt, muss in der fruchtbaren Phase entweder enthaltsam bleiben oder auf eine Barrieremethode (wie Kondome) zurückgreifen. Dieser Kritikpunkt ist nicht trackle- spezifisch, sondern gilt auch für andere natürlichen Verhütungsmethoden. Ich finde, es sollte allerdings dazu gesagt werden. trackle unterstützt bei der Ermittlung des fruchtbaren Fensters, bietet aber keinen Schutz an sich.

Vielen Nutzerinnen ist nicht bewusst, dass die Methode nur in Kombination mit alternativen Verhütungsformen während der fruchtbaren Tage funktioniert.

4.3 Der Sensor hat eine begrenzte Nutzungsdauer

trackle ist kein Gerät für die Ewigkeit: Der integrierte Akku hält etwa 30 Monate. Danach muss das Gerät gegen ein neues ausgetauscht werden. Das ist zwar im Rahmen eines Abo-Modells geregelt, bedeutet aber auch laufende Kosten und eine gewisse Produktbindung, die man bei klassischen Thermometern nicht hat. In Hinblick auf die Vorteile des Zykluscomputers lohnen sich die Kosten für mich persönlich aber definitiv (ja, ich bezahle den trackle selbst).

4.4 Der Sensor muss vor dem Geschlechtsverkehr entfernt werden

Kommen wir nun zu den etwas „keineren“ hmmmms. Weil der Sensor vaginal getragen wird, muss er vor dem Geschlechtsverkehr entfernt werden. Das kann die Spontanität am Abend etwas beeinflussen : )

4.5 Die Studienlage bezieht sich auf klassische symptothermale Methode, nicht auf den trackle selbst

Last but not least. Dieser Punkt kann sowohl als Kritikpunkt als auch als Stärke des Sensors gewertet werden. Ich habe dir eingangs schon berichtet, dass ich an einer Studie der Uni Heidelberg teilgenommen habe, welche die Auswertung des Zykluscomputers mit regelkonformen Basalthermometern abgeglichen hat. Die Ergebnisse stehen noch aus (Stand November 2025). So viel lässt sich aber bis dato sagen:

Der trackle basiert auf der symptothermalen Methode, deren Wirksamkeit gut wissenschaftlich belegt ist und die bei richtiger Anwendung einen Pearl-Index von ca. 0,4 erreicht. Allerdings bezieht sich die Studienlage auf klassisches Temperaturmessen mit einem Basalthermometer- also auf Messungen außerhalb des Körpers. Der trackle wird jedoch vaginal getragen und misst kontinuierlich IM Körper. Für diese Messart gibt es bislang keine Langzeitstudien mit direktem Bezug zur Verhütungssicherheit.

Meine persönliche Meinung: Da die Messung außerhalb des Körpers durchaus störanfälliger sein kann, erscheint mir der trackle sogar sehr viel verlässlicher, da er durch die konstante Messung im Körper den tiefsten Wert auswählt, der über Nacht ermittelt wurde. trackle ist als Medizinprodukt (Klasse IIb) zugelassen und erfüllt die Anforderungen der Medizinprodukteverordnung. Wer sich mit der symptothermalen Methode auskennt, wird im trackle meiner Meinung nach ein tolles Hilfsmittel finden!

5. Für wen eignet sich der Zykluscomputer (nicht)?

Ideal für:

  • Frauen, die hormonfrei verhüten wollen
  • Nutzerinnen, die das Senisplan Regewerk kennen oder lernen werden

Weniger geeignet für:

  • Frauen, die sich die Trageart nicht vorstellen können
  • Frauen mit einem sehr schwachen Beckenboden (Gefahr, den trackle zu verlieren)
  • Nutzerinnen ohne Interesse an der Methode an sich (trackle ist ein Hilfsmittel und keine „automatische Verhütungsmaschine“)

6. Fazit

Der trackle ist eines der besten Hilfsmittel, die ich für NFP kenne. Wer bereit ist, sich ein wenig mit der Methode auseinanderzusetzen und seinen Körper sicher und zuverlässig kennenlernen will, wird mit dem trackle sehr glücklich werden! Einführen, schlafen, synchronisieren- mehr braucht es nicht. Keine Hektik morgens, kein Thermometerstress.

Plus: trackle ist nicht auf einen Zweck festgelegt. Ob du gerade verhüten möchtest oder schwanger werden willst – das Prinzip bleibt gleich, nur der Fokus verschiebt sich. Und: der Zykluscomputer ist auch für Frauen mit unregelmäßigen Zyklen geeignet und lässt sich sogar bei Schichtarbeit anwenden! In meinen Augen sind das alles Argumente, die für den Zykluscomputer sprechen.

 

7. FAQ – Häufige Fragen zum trackle

Der trackle kostet 269,-€ für ca. 30 Monate Laufzeit. Im monatlichen Abomodell zahlt man für den trackle nur ca. 13,49€. Besonders praktisch hier: Sensorwechsel bei leerem Akku ist inklusive. Für alle Varianten gilt der Code PROSTRENGTH10 mit 10% Rabatt.

 

Der Sensor hält 30 Monate und beinhaltet bei Kauf 2,5 Jahre Garantie auf die Sensorfunktion.

 

Ja, der trackle ist ein zertifiziertes Medizinprodukt und zur Verhütung zugelassen. Der trackle unterstützt dich in der Temperaturmessung- und Auswertung der symptothermalen Methode. Die Zervixschleim- oder Muttermundbeobachtung zur Bestimmung des fruchtbaren Fensters musst du parallel selbst übernehmen und in die App eintragen.

 

trackle Catch hat ein Rückholband und ist leichter zu entfernen.

Ja. Der trackle erkennt Temperaturanstiege und wertet diese nach dem Sensiplan Regelwerk aus. So kann beispielsweise die unfruchtbare Phase nach dem Eisprung bestimmt werden.

Das kommt darauf an, zu welchem Zykluszeitpunkt: Zu Zyklusbeginn ist eine bestimmte Anzahl an Messwerten notwendig für eine korrekte Auswertung. Wenn du den Zykluscomputer nur einmal vergisst, ist das auch nicht so schlimm. Nach der Ermittlung des Eisprungs muss rein theoretisch nicht weiter gemessen werden.

Hi, ich bin Jenny!

Dozentin, Ernährungsberaterin und Expertin für Frauengesundheit im Sport. Erfahre mehr über mich.